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Neurodermitis behandeln

Hallo zusammen! Ich bin Dr. med. Liv Kraemer (MD, Ph.D.) Fachärztin für Dermatologie aus Zürich. Leiden Sie stressbedingt an juckender Haut? Vielleicht haben Ihre Eltern Allergien, Asthma oder Hautkrankheiten wie Ekzeme? Ich erkläre Ihnen, was Neurodermitis ist und gebe Ihnen Tipps gegen gereizte Haut:

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Es gibt viele verschiedene Gründe für Neurodermitis (auch bekannt als atopische Dermatitis). In vielen Fällen hat es eine Familientradition: Wenn Ihre Eltern an Allergien, Asthma oder an trockener Haut leiden, besteht eine erhöhte Chance, dass Sie an Neurodermitis leiden. In der Fachsprache heisst dies auch „genetisch“ oder „erblich“ bedingt.

Das Umfeld spielt eine große Rolle für Ihre Immun-Abwehr. Bei Neurodermitis funktioniert Ihre Hautbarriere nicht so, wie sie sollte. Vergleichen Sie Ihre Haut mit einer Pflasterstein-Wand. Dieser Zauberstab ist normalerweise von außen gut isoliert. Im Fall dieser Hautkrankheit bröckelt die äusserste Schicht ab, da ein wichtiger Baustein namens Filaggrin fehlt. Plötzlich kann Wasser nach außen dringen und Sie erhalten trockene Haut . Wenn sich der Zustand der Haut verschlimmert, kann es zu einem Ekzem führen.

Denken Sie daran, wenn die Hautbarriere geschwächt ist, kann es leicht zu einer Infektion kommen. Achten Sie auf Ihre Haut und pflegen Sie trockene Stellen mit reichlich Cremes oder Lotionen.

Wie sieht Neurodermitis aus?

Die verschiedenen Stadien unterscheiden sich altersbedingt:

  • Kleinkinder/Babys: Neurodermitis tritt häufig im Gesicht und im Windelbereich in Form von roten und rauen Stellen auf.
  • Ältere Kinder: Die Haut wird trockener und die betroffenen Stellen befinden sich meist im Ellbogen- und Kniebereich (innenseite).
  • Erwachsene: Kleinere Körperstellen sind betroffen, so zB die Augenlieder und der Nacken (wird auch als „Dirty-Neck“-Syndrom bezeichnet). Es können braune Flecken durch die Entzündungen entstehen.

Typische Anzeichen können sein: Weniger Augenbrauen-Haare auf den äußeren Seiten und dunkle Augenringe. Aber Achtung, nicht alle Personen mit dunklen Augenringen haben Neurodermitis!

Was löst Neurodermitis aus?

  • Eine stressintensive Zeit kann ein Auslöser für Neurodermitis sein! Besonders Stress vor Prüfungen, Stress bei der Arbeit oder in der Familie kann zu Hautreizungen führen.
  • Lebensmittelunverträglichkeiten können juckende Haut verursachen. Häufige Unverträglichkeiten entstehen durch Milch, Eier, Fisch, Erdnüsse, Sojabohnen oder Weizen. Aber keine Panik, viele Leute können diese Lebensmittel ohne Sorge zu sich nehmen!
  • Auch Wolle kann Ihre sensible Haut reizen!

Was hilft bei juckender Haut?

  • Hören Sie auf, zu kratzen! Sie verletzen damit die entzündeten Stellen und reiben Bakterien von Ihren Fingernägeln noch tiefer in die Haut. Versuchen Sie ruhig zu bleiben und lenken Sie sich durch Yoga oder Sport ab.
  • Nehmen Sie ein entspanndes Öl-Bad! Pflegen Sie Ihre Haut mit einem angenehmen Bade-Öl aus der Apotheke. Es beruhigt Ihre Nerven und stärkt die Haut von außen!
  • Verwenden Sie keine Seife! Benutzen Sie stattdessen ein wohltuendes Dusch-Öl aus der Apotheke!
  • Tragen Sie Kleider aus Baumwolle und verzichten Sie nach Möglichkeit auf Wolle oder synthetische Stoffe.
  • Entfernen Sie Kleider-Etiketten, diese können Ihre Haut bei zusätzlicher Reibung reizen.
  • Vermeiden Sie direkten Körperkontakt mit Parfums und ätherischen Ölen. Sprühen Sie Ihren Duft auf Ihre Kleider.

Es gibt aber auch Apps, die Ihnen helfen können! Nestlé Skin Health hat den Itch Tracker entwickelt, um den betroffenen Personen Ihr Kratz-Verhalten (besonders Nachts) aufzuzeigen. Die App lässt sich über Ihre Apple Watch bedienen und hilft Ihnen, Ihre Verhaltensweise besser zu kontrollieren.

Fragen Sie sich nun, kann Neurodermitis geheilt werden? Leider nein. Die angeborene Krankheit kann individuell behandelt werden, jedoch nicht ganz geheilt werden. Versuchen Sie, meine Tipps im Alltag anzuwenden! Sie werden sehen, kleine Schritte führen zum Erfolg!

  • Kalte Kompressen für Ihr Gesicht können bei gereizter Haut helfen.
  • Verwenden Sie nach der Dusche reichhaltige Salben, um Feuchtigkeit zu spenden.
  • Versuchen Sie, Ihren Körper nach der Dusche mit dem Tuch sanft abzutrocknen.
  • Vermeiden Sie zusätzliche Reizungen durch starkes Rubbeln.
  • Richten Sie Ihr Schlafzimmer puristisch ein. War heisst das konkret? Vermeiden Sie offene, staubanfällige Regale oder Schränke. Auch Büro-Utensilien wie Drucker/Kopiergeräte setzen feinen Staub frei.
  • Verzichten Sie auf Teppiche im Schlafzimmer! Häufiges Staubsaugen verhindert zusätzliche Hautreizungen.

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Ihre Dr. Liv💕

Ps. Hier finden Sie spannende Literatur zu diesem Thema:

  • Journal of American Academy of Dermatology Abramovitsj. Atopische Dermatitis. Abschnitt: Überblick über entzündliche Hauterkrankungen – die neuesten Erkenntnisse der Zellbiologie.
  • Dermatologische Erkrankungen (Kapitel 6). McPhee
  • Journal of AAD 2014; Eichenfield: Leitlinien zur Behandlung von Neurodermitis, Abschnitt 2. Management und Behandlung von Neurodermitis mit topischen Therapien
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